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Bevor DER HERAUSGEBER zum BAMBI nach Düsseldorf fuhr, um die Laudatio für DEN SCHAUSPIELER zu halten, der daraufhin in seiner Dankesrede die Worte ES LEBE DAS HEILIGE DEUTSCHLAND! in Erinnerung rufen wird, liess er noch folgende Meldung ins Feuilleton rücken:

Auffälligkeit im Hirn
Ursachen für Pädophilie erforscht

Pädophile Neigungen lassen sich möglicherweise mit strukturellen Auffälligkeiten im Gehirn in Verbindung bringen. Zu diesem Ergebnis sind Forscher in Toronto gekommen. Am Centre for Addiction and Mental Health wurden mit der Kernspintomographie Hirnbilder von Pädophilen gewonnen. Dabei fiel den Forschern um James Cantor ein Defizit an weißer Substanz auf, jenem Anteil, der aus den Ausläufern von Nervenzellen besteht und verschiedene Hirnregionen miteinander verbindet. Nach ihrer Einschätzung handelt es sich um den bislang stärksten Hinweis darauf, dass Pädophilie mit einer gestörten Hirnentwicklung zusammenhänge. Das passt zu früheren Berichten der kanadischen Forscher, laut denen Pädophile im Durchschnitt einen niedrigeren Intelligenzquotienten aufweisen sollen. Außerdem sei der Anteil von Linkshändern unter ihnen dreimal so hoch wie sonst üblich. Für die Annahme, die abweichende sexuelle Neigung hänge mit einer möglicherweise vorgeburtlichen Entwicklungsstörung zusammen, spricht nach Überzeugung der Forscher aus Toronto noch ein weiterer von ihnen erhobener Befund: Pädophile waren im Durchschnitt um zwei Zentimeter kleiner als Menschen ohne entsprechende sexuelle Vorliebe. Nach den Worten von James Cantor bedeute der Nachweis “biologischer Marker” aber keineswegs, dass Pädophile für ihre entsprechenden Handlungen nicht verantwortlich seien. F.A.Z.

Text: F.A.Z., 29.11.2007, Nr. 278 / Seite 37

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