Unsere falsch programmierten Seelen II



Jeder Schlag schien eine Befreiung, die den Kraftaufwand und den Eifer rechtfertigte. […] Es [Das Mädchen] lag ruhig und still auf dem Boden und wirkte sehr leicht, in seiner schwerelosen Haltung, die nichts mit Schlaffheit gemein hatte, einem Zusammengesacktsein oder haltloser Preisgabe. Die geringfügig unnatürliche Lage wurde einzig an den leicht nach innen gedrehten Füßen deutlich. Bei etwas eingehenderer, längerer Betrachtung kennzeichneten sie aber weniger diese unnatürliche Lage als vielmehr jene schwerelose Haltung, die das Schlanke, Feste der knabenhaften Gestalt zum Ausdruck brachte, die Festigkeit der Glieder und Gelenke, des ganzen kindlichen Körpers, dessen Zartheit und Anmut nicht zu übersehen war und noch in dieser hingestreckten Haltung eine Überlegeheit bewies, die nicht auf körperlicher Stärke beruhte. […] Die Haut des Mädchens war glatt. Sie hatte eine matte sommerliche Bräune, die die ihr eigene kindlich trockenkühle Frische voll zur Geltung kommen ließ und an den Armen und Beinen leicht, kaum wahrnehmbar, von einem mehr rötlichen Braunton war, einem zarten, mattschimmernden Schmelz, der eher eine dauernde Eigenschaft der Haut zu sein schien als erworben durch tägliche Aufenthalte im Freien, beim Spielen auf der Straße und beim Baden, ein Zusammenwirken von Sonne, Wasser und Luft. Diese natürlich frische Tönung gab der Haut den Anschein jener Empfindlichkeit, die mit den zerbrechlichen, leicht verletzlichen Gelenken, den schlanken Gliedern des Mädchens übereinstimmte.

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