New Donnersmarckkritik: Er ist 2.06 Meter, liebt das Phallische und…

…hey, unsere FreundInnen, die Erben Uwe Nettelbecks, schlagen zurück, brechen das vornehme Schweigen: Nun auch dort, wie auch schon länger hier: Zur Kritik Donnersmarcks. Das ist gut so! Nur die Art und Weise ist etwas problematisch: Mit Theweleit-Andeutungen und einer Auflistung diverser Zitate, die Uwe Nettelbeck zwischen März 1963 und Mai/Juni 1973 in der Zeitschrift Filmkritik veröffentlicht hat in den letzten Tagen zu Herrn Donnermarcks und seinem Film “Das Leben der Anderen” durch die Medien geisterten. Die gute alte Cut Up-Methode als Schnulze des Boulevard, ja, keine Frage, das ist immer noch ein grandioser Film! Nur wie, fragen wir voller Demut, hätte Uwe Nettelbeck über solch einen Film, über solch ein Phänomen geschrieben? Hätte er das Adelsgeschlecht in den Mittelpunkt gerückt, sich an einer Essentialisierung der Herkunft beteiligt und damit dem kitschigen Filmkunstwerk – der Sonate des guten Menschen – , das disperate Geschichtsbilder fertigt, näher zu kommen? Wir vermuten: Nein, denn so lassen sich die Mächte des Falschen kaum aussortieren und der Oscar für alle Stasi-Opfer, wie Thierse, Birthler & Co meinen, kaum kritisieren. Auszug Zitat, das für sich selbst sprechen soll: “Trotz seiner ungezwungenen Art ist das alte schlesische Adelsgeschlecht nicht zu übersehen, von dem er abstammt. Als er von der wohltätigen Stiftung seiner Familie spricht, schwingt Stolz in der Stimme mit.” Ab sofort gilt: Wir müsssen die filmischen Imagniation der FilmautorInenn wieder enger mit der Frage ihrer Herkunft (Arbeiterklasse, Kleinbürgertum, Mittelstand) verbinden. Woher kommt z.B. Christian Petzold oder Angela Schanelec?

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