Gründe, meinem alten Hausrock nachzutrauern…(Epilog)

…oder: eine Warnung an alle, die mehr Geschmack als Geld haben-

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courtesy Katy Grannan

Für Mike

…und aus den Wiesen steigend, summte ich leise vor mich hin. Erste Empfindung: Wie ein Dampfbad, Tropenschwüle, aber keine Mücke fliegt. Es war einfach wunderbar in meinem neuen Sommergarten zu liegen. Ich erzählte bereits, dass ich nie stürmischer träumte, als in dieser Nacht. Es war die Nacht nach dem Verlust meines Hausrocks. Auch Mike war ohne Morgenmantel an diesem Morgen aufgewacht. Er lag zufrieden auf einem blauseidenen Tüchlein, das ihm als Pyjamaoberteil gedient hatte und schaute zufrieden in meine Canon Digital IXUS 800, die ich letzten Winter bei B & H gekauft hatte. Im Herzen trug er ein Bild von mir, das wußte ich! Noch gestern sprach er immer von ihr, einer Tänzerin aus New Jersey, die er in einer Lichtung liegen sah. Konnte ich ihm das glauben oder war es eine Fata Morgana? Mike gehörte mir. Mir, ganz allein. Da war ich mir sicher. Er war kein unstetiger Waldarbeiter, ganz sicher nicht.

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Wenn du nur sehen könntest, Mike, wie auf der Leinwand alles zusammenstimmt, wie es sich zum Ganzen fügt und ineinandergreift, wie alles ohne Übertreibung und Effekthascherei, zur Geltung kommt – dein Körper im grauen Dunst, das Moos, die Landschaft, die dich trägt, wie gelungen, wie malerisch dieser Baum. Ich nehme Anteil an dir.

Um euch mein Geheimnis ins Ohr zu sagen: diese Schönheit, die sich anderen so teuer verkauft – mich hat sie nichts gekostet. Follow me, mit oder ohne Morgenmantel.

courtesy Denis Diderot (Verschiedene Betrachtungen)

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