SFD goes Sotheby`s. This week: German Landschaftsmalerei

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Berliner Mondnacht, Öl auf Leinwad

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Nacht am Schlachtensee, Öl auf Leinwand

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Sturm in Nizza, Öl auf Leinwand

Das Stichwort Landschaftsmalerei nehme ich gerne auf, um über einige Arbeiten von Oliver Groene zu sprechen, die momentan in einer Berliner Galerie zu kaufen sind. Groene ist Vordenker der Künstlergruppe „Konvention,“ die er vor einiger Zeit ins Leben berufen hat und die sich ausschließlich der Landschafsmalerei widmet. Bekannt wurden „Berliner Mondnacht“ oder „Nacht am Schlachtensee“ durch die bildhafte quasi-transzendentale Lust an den einfachen Dingen, nennen wir es kurzum: das Nicht-Ereignishafte. Neulich war allerdings zu lesen, dass Groenes Gemälden die Melancholie des Prekariats eingeschrieben sei. Ich möchte behaupten, bevor ich mich wieder schlafen lege, dass Groene zeitgenössische New Romance-Anthologien mit der historischen Begriffsperson Casper David Friedrich zu versöhnen weiß. Das wiegt noch etwas schwerer. In Groenes Bildern lauert immer auch ein Versprechen auf den Tod von Pop. Aus, vorbei, das wars`. Da schlummert sehr viel Seinsvergessenheit im Bildrahmen. Doch vergessen wir nicht: Oliver Groene malt allein. Er ist einziges Mitglied seiner Künstlergruppe. Seine Motive reichen von Aachen bis Zwickau, machmal auch darüber hinaus (sic!). Doch lassen sich daraus auch Rückschlüsse auf seine Produktionsform ableiten? Nein, nicht unbedingt, wenngleich seine Bilder eine sonderbare Aura umgibt, so als könnten sie recht bequem in jeder Reichsbahn gemalt werden, nahezu live vor mitreisenden Fahrgästen, in Echtzeit, nebenbei, very casual irgendwie. In der Tradition Gottfried Benns inszeniert Groene daher ganz bewusst einen visuellen “Demokratismus der Masse”, weil er mit uns zusammen die unscheinbaren Allerweltsnaturalismen neu entdecken möchte, an denen wir uns schon gar nicht mehr zu erfreuen glaubten. Er verscheucht, sich dem therapeutischen Narrativ der Moderne verpflichtet fühlend, unsere sensomotorischen und perzeptiven Störungen. Und dann, zwischendurch, gibt es noch die Sehnsucht, jenes unstillbare Begehren nach einem fernen Land, manchmal gar einer Stadt. Ein Bild heißt: Sturm in Nizza. 180 x 280. Öl auf Leinwand (s.o. dritte Reihe). Ja, auch wir lieben Nizza, schon weil Klaus Mann  ganz in der Nähe (Cannes) seinen “Last Exit” finden sollte. Schon dieser kleiner Blick auf den Strand genügt. Ich lege trotzdem noch eine Fotografie (Strandbild) daneben und erhöhe somit den Einsatz für unsere Auktion „Offer for sale: Landschaftsmalerei“ auf mindestens 200 Schekel. Das ist doch was, oder nicht?

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